Gastvortrag in der Brand Academy:  

 

Jens Borstelmann und Thomas Vietzke vom Architekturbüro „Zaha Hadid Architects“ über Brand Environments und temporäre Bauten

 

Unter dem Thema „Wie kann die Identität einer Marke über gebaute Architektur kommuniziert werden“, stellten die beiden Zaha Hadid Architekten Jens Borstelmann und Thomas Vietzke in der Brand Academy spannende Projekte aus dem Bereich der dreidimensionalen Markeninszenierungen vor. Neben dem BMW Werk in Leipzig, der Bergisel Schanze in Innsbruck und dem Burnham Pavillon im Millenium Park – Chicago, stand vor allem das Projekt “Chanel Contemporary Art Container“ im Fokus des Vortrages.
Der Pavillon entstand im Auftrag von Karl Lagerfeld und diente dem Modehaus Chanel in Hong Kong, Tokio, New York und Paris als mobile Kunstaustellung. Lagerfeld ließ den Architekten bei der Planung und Entwicklung des Gebäudes freie Hand, sodass diese sich künstlerisch entfalten konnten.

„Es ist ein mobiles Kunstwerk, ein reisender Pavillon mit Kunstaustellungen, gestaltet für Chanel. Das Diagramm ist einfach: es formt eine Spirale: Man betritt und verlässt das Bauwerk am selben Ort. Das Bauwerk wird an unterschiedliche Orte transportiert. Die Komplexität der Geometrie wurde parametrisch gelöst. Es kann also weggetragen und wieder aufgebaut werden. Die Schnelligkeit des Projektes verstärkte den Bezug zum Experiment.“ Zitat Zaha Hadid

Die beiden referierenden Architekten Jens Borstelmann und Thomas Vietzke warfen zusammen mit den Gästen einen interessanten Blick hinter die Kulissen des Projektes.
Sie präsentierten Bilder und Videos von der Planung, der Fertigung und dem Aufbau des Pavillons. Der Prozess begann im August 2006 mit der Planung und endete im Februar 2008 mit der finalen Fertigstellung. Aufgrund der Komplexität des Pavillons waren viele verschiedenen Unternehmen am Herstellungsprozess beteiligt. Die 7.000 Einzelteile wurden  in der englischen Stadt York das erste Mal testweise zusammengefügt.
Das Erscheinungsbild des Außenbereiches ist von weißem Fiberglas und schwarzen Fugen geprägt, die im Zusammenspiel einen starken Kontrast ergeben. Die Innenwände des Pavillons sind mit Baumwollstoffen überzogen, an denen die Kunstwerke von 12 Künstlern – aufgrund der gebogenen Form – mit Spezialkonstruktionen befestigt wurden. Informationen über die einzelnen Kunstwerke erhielten die Besucher via MP3-Player, der ihnen für den Rundgang zur Verfügung gestellt wurde.

Burnham Pavillon im Millenium Park, Chicago

Das zweite Projekt, welches die Architekten näher vorstellten, war der Burnham Pavillon im Millenium Park, Chicago. Im Auftrag der City of Chicago sollte durch das Aufstellen des temporären Pavillons dem 100-jährigen Todestag des Stadtplaners und Architekten Daniel Burnham gedacht werden. Chicago verdankt dem Stadtplaner Burnham den „Plan of Chicago“, den er 1909 für die City of Chicago entwickelte. Der Plan war ein auf 30 Jahre angelegter Generalentwurf und prägt das Erscheinungsbild der Stadt bis heute. Der Pavillon – gekennzeichnet durch das orthogonale Raster, welches Burnham in seinem Plan über die Stadt legte- entstand aus 7.000 gebogenen Aluminiumrohren. Um diese Konstruktion wurde eine „Gewebehülle“ gelegt, die im Inneren als Projektionsfläche dient und nachts von Außen mit verschiedenen Farben beleuchtet wird.

 

 

Zaha Hadid, die aus dem Irak stammende Architektin mit britischer Nationalität, erhielt 2004 als erste Frau den renommierten Pritzker-Preis – der Nobel-Preis im Bereich Architektur. Bekannt durch Projekte wie das Phaeno Science Center in Wolfsburg, das Guggenheim-Museum in Taiwan gehört Zaha Hadid heute zu den bekanntesten und einflussreichsten Architekten der Gegenwart. Ihr Architekturbüro betreut heute zahlreiche Großprojekte rund um den Globus.


 

WMF_ Cutlery Set (5-pieces)

Das dritte näher vorgestellte Projekt stammt aus dem Bereich des Produkt Designs.
Das Unternehmen WMF beauftragte Zaha Hadid ein völlig neues Besteck zu entwerfen. Es entstand ein Besteck mit dynamisch-organischen Formen und avantgardistischer Erscheinung.
Abschließend bekamen die Gäste bei einem gemütlichen Get Together die Möglichkeit, den beiden Architekten Fragen zu stellen.